„Positive Leadership? Ein schöner Gedanke – doch funktioniert das auch, wenn das Team ausgedünnt, der Druck hoch und die Ressourcen knapp sind?“
Diese Frage begegnet mir regelmäßig in Gesprächen mit Führungskräften in der Gesundheitswirtschaft. Ihr Alltag ist geprägt von fehlenden personellen Ressourcen, hohem Termindruck und komplexen Veränderungsprozessen. Und genau in diesem Spannungsfeld sollen Sie motivieren, Orientierung geben und Ihr Team sicher durch den Wandel führen. Positive Leadership klingt für die eine oder den anderen nach Wohlfühl-Führung – nach netten Worten statt echter Führungsstärke. Kein Wunder, dass viele Führungskräfte daran zweifeln, ob dieser Führungsansatz im Alltag überhaupt funktionieren kann. Doch genau hier liegt seine Stärke – wenn man ihn richtig versteht. Denn Positive Leadership scheitert nicht an seiner Wirksamkeit, sondern an Missverständnissen darüber, was es tatsächlich ist – und was nicht. In dieser Publikation decke ich die fünf Missverständnisse auf, die Positive Leadership ausbremsen, und ich zeige Ihnen, wie Sie diesen Ansatz so nutzen, dass er in Ihrer Führung spürbar wirkt.
Missverständnis 1: Positive Leadership heißt „gute Laune verbreiten“
Ein weit verbreiteter Irrglaube: Positive Leadership bedeute, stets gut gelaunt und optimistisch zu sein, und am besten auch bei Zielverfehlungen einfach mal ein Auge zuzudrücken.
Positive Leadership ist kein Dauerlächeln.
Es geht darum, eine Haltung zu entwickeln, die Fehler konstruktiv adressiert, Herausforderungen nicht beschönigt – und gleichzeitig Raum für positive Emotionen wie Freude, Dankbarkeit und Stolz im Arbeitsalltag schafft. Genau diese Emotionen stärken das Engagement, die Kreativität und die Verbundenheit im Team.
Missverständnis 2: Kritik ist bei Positive Leadership tabu
Manche Führungskräfte sind unsicher, ob sie als Positive Leader überhaupt noch kritische Rückmeldungen geben dürfen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Positive Leadership bedeutet nicht die Vermeidung von Kritik, sondern eine aktive, konstruktive Kommunikation.
Wertschätzendes, stärkenorientiertes Feedback hilft Ihren Mitarbeitenden, sich weiterzuentwickeln und die Auswirkungen ihres Verhaltens besser zu verstehen. Zeigen Sie konkret auf, was die oder der Einzelne konkret zum Erreichen eines Ziels beigetragen hat – und auch, wo noch Potenzial zur Optimierung liegt. Das schafft Klarheit, motiviert und stärkt das Vertrauen.
Missverständnis 3: Positive Leadership ist ein kurzfristiges Motivationsprogramm
Der Eindruck entsteht schnell: ein Workshop, ein bisschen Wertschätzung – fertig ist Positive Leadership. Doch so funktioniert es nicht.
Positive Leadership ist kein kurzfristiger Impuls, sondern ein langfristiger Führungsansatz.
Das PERMA-Lead-Modell basiert auf fundierter Forschung und zielt darauf ab, Motivation und Resilienz zu fördern. Als Führungskraft bringen Sie Menschen und Aufgaben so zusammen, dass intrinsische Motivation entstehen kann – und Ihre Mitarbeitenden möglichst oft in den sogenannten „Flow“, die höchste Form der Motivation, kommen. Dafür braucht es:
Missverständnis 4: Positive Leadership ist zu theoretisch und nicht messbar.
Einige Führungskräfte halten Positive Leadership für zu abstrakt – gerade in einem hochregulierten Umfeld wie der Gesundheitswirtschaft. Diese Annahme greift zu kurz.
Positive Leadership ist konkret, strukturiert und messbar.
Wenn Sie sich konsequent an den fünf Prinzipien des PERMA-Lead-Modells orientieren, schaffen Sie ein Arbeitsumfeld, das Motivation, Leistung und Zufriedenheit stärkt. Die Wirksamkeit von Positive Leadership ist durch zahlreiche Studien belegt– und lässt sich über drei wissenschaftlich fundierte Instrumente gezielt auf individueller und organisationaler Ebene erfassen und weiterentwickeln:
Missverständnis 5: Bisherige Führungsmuster lassen sich leicht ablegen.
Viele Führungskräfte unterschätzen die Umstellung von traditionellen, defizitorientierten Führungsstilen auf Positive Leadership. Gerade unter Stress greift unser Gehirn auf bekannte, energiesparende Muster zurück.
Positive Leadership ist ein Entwicklungsprozess – und kein Schalter, den man einfach umlegt.
Es braucht Zeit, regelmäßige Reflexion und konsequente Umsetzung, um neue Routinen im Führungsalltag zu etablieren. Die positiven Effekte zeigen sich vor allem dann, wenn Positive Leadership frühzeitig und konsequent gelebt wird – und nicht erst, wenn Ihre Organisation unter Druck steht.
Fazit: Positive Leadership wirkt – wenn Sie es richtig verstehen und anwenden
Positive Leadership ist kein „Feel-Good“-Programm, sondern ein evidenzbasierter Führungsansatz. Zahlreiche Studien zeigen die eindeutigen Zusammenhänge zwischen dem Positive Leadership-Verhalten und konkretem Output. Dieser Ansatz wirkt auf allen Ebenen – für Führungspersönlichkeiten, Teams und Organisationen.
Unternehmen, die Positive Leadership bewusst fördern, profitieren von:
Nutzen Sie Positive Leadership als strategischen Hebel – für eine Führungskultur, die Menschen wachsen lässt und gleichzeitig Ergebnisse schafft.

Über die Autorin
Janine Müller-Dodt widmet ihre Karriere dem Ziel, die Gesundheitsversorgung und Lebensqualität zu verbessern. Nach ihrem Abschluss in International Business Management war sie zehn Jahre lang in leitenden Positionen bei großen Pharmaunternehmen tätig. Ihre Erfahrungen mit mangelnder Transparenz und Führung während wichtiger Veränderungsprozesse motivierten sie, seit 2013 als Solopreneurin zu arbeiten. Zunächst unter ‚Janine Dodt Healthcare Consulting‘ und seit 2023 unter der Marke ‚Müller-Dodt Healthcare Transformation‘ berät, unterstützt und befähigt Janine Müller-Dodt Führungskräfte und Teams in Veränderungsprozessen, sodass sie das Neue mit Leichtigkeit erfolgreich etablieren können.
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